Field Notes #3

Was die Qualität von Radwegen mit E-Learning
zu tun hat

Heute ging sie tatsächlich los, meine Learning on Tour nach England, Irland und Frankreich. Und obwohl die erste Etappe noch nicht so prickelnd war, gab es schon die ersten Erkenntnisse. Und das hat was mit den Radwegen zu tun.

Die Qualität der Radwege wechselte heute erheblich.

Da gab es Abschnitte mit Rissen, Schlaglöchern und reichlich geflicktem Asphalt. Dann wiederum einen wunderbaren Weg auf einem Rheindamm: geradeaus, viel Platz, freie Sicht – ein Weg, auf dem man einfach fahren konnte.

Und es gab Umlaufsperren.

Für ein normales Fahrrad sind sie meist nur eine kleine Unannehmlichkeit. Mit einem Fahrradanhänger sieht die Sache anders aus.

Der Learning-on-Tour-Gedanke

Genau solche Situationen gibt es auch beim Lernen.

Wir entwickeln Lernwege und bauen Dinge ein, die aus unserer Sicht sinnvoll erscheinen: Menüs, Navigationselemente, verpflichtende Klicks, Interaktionen, Lernpfade, Tests oder technische Funktionen.

Jedes einzelne Element mag begründbar sein.

Aber entscheidend ist eine andere Frage:

Wie erlebt der Lernende diesen Weg?

Was für den Entwickler wie eine kleine und völlig unproblematische Hürde aussieht, kann für einen Nutzer zur Umlaufsperre werden.

Und dann gibt es den Rheindamm

Der Kontrast war heute unmittelbar zu erleben. Keine Hindernisse. Keine unnötigen Richtungswechsel. Ein klarer Weg und freie Fahrt.

Ich musste nicht darüber nachdenken, wie ich weiterkomme. Ich konnte meine Aufmerksamkeit darauf richten, wohin ich fahre. Vielleicht ist genau das ein gutes Bild für gelungenes Learning Design:

Die Gestaltung des Lernwegs sollte das Lernen unterstützen – und nicht selbst zum Gegenstand der Aufmerksamkeit werden.

Beobachten
E-Learnings sind nicht selten von der Bedienung her gestaltet wie schlechte Radwege. Der Lernende muss sich mehr auf die Navigation als auf seinen Lernprozess konzentrieren. 

Aufgabe des Lerning Designers oder des E-Learning-Autors ist es, Lernwege so zu bauen, dass wie wie der von mir erlebte Rheindamm wirken.

Weiterdenken
Was für die Lerninhalte gilt, gilt auch für den Lernweg. Er muss frei von Ballast sein und dem Lernenden das Fortkommen vereinfachen. Die Herausforderung ist es, ein E-Learning so zu gestalten.